Natur & Gewässer 

Grünflächen, Bäume und Gewässer prägen das Stadtbild von Bad Dürrheim und tragen maßgeblich zur Lebensqualität bei. Sie bieten Raum für Erholung, Begegnung und Bewegung und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Artenschutz.

Parks, Grünzüge und naturnahe Gewässer sorgen für Abkühlung an heißen Tagen, verbessern die Luftqualität und schaffen Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Die Stadt Bad Dürrheim setzt sich dafür ein, diese wertvollen Flächen zu erhalten, weiterzuentwickeln und nachhaltig zu pflegen – für heutige und zukünftige Generationen.

Das baden-württembergische Wassergesetz und die europädische Wasserrahmenrichtlinie verpflichten die Kommunen, die Voraussetzungen für eine naturnahe Gewässerentwicklung zu schaffen. Das Instrument hierzu sind Gewässerentwicklungspläne. Bad Dürrheim hat für die Stille Musel und die Kötach einen solchen Pläne erstellen lassen. Darin ist der aktuelle Zustand dokumentiert und es wird dargestellt, welche Maßnahmen für eine Renaturierung nötig sind.

Einiges wurde bereits erreicht: die Stille Musel im Bereich des Kurparks wurde renaturiert und Teile der Kötach wurden umgestaltet und bepflanzt.

Gewässerentwicklungsplan Kötach

Gewässerentwicklungsplan Stille Musel

Bad Dürrheim liegt in der Baarhochmulde zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Der wechselhafte geologische Untergrund prägt eine abwechslungsreiche Landschaft mit Moorflächen auf der Ebene, Trockenwiesen am Albhang, ausgedehnten Ackerflächen auf der Schwarzjuraplatte sowie Wäldern an der Keuperstufe und auf dem Weißen Jura. Diese vielfältige Landschaft bietet Lebensraum für zahlreiche wildlebende Tiere und Pflanzen.

Schutzgebiete

Besonders wertvolle, interessante oder landschaftlich schöne Gebiete sowie Einzelbildungen können nach dem baden-württembergischen Naturschutzgesetz unter Schutz gestellt werden. Auf der Baar mit ihrer vielfältigen Landschaft existieren zahlreiche Schutzgebiete verschiedener Kategorien.

Eine Übersicht der Schutzgebiete finden Sie hier.

Biotopvernetzung

Durch die Neuanlage und die Gestaltung von Biotopen soll die Landschaft ökologisch wertvoller, aber auch abwechslungsreicher und attraktiver gestaltet werden. Wo sich die Möglichkeit bietet, werden neue Biotope angelegt, seien es Baumreihen, Hecken oder Wasserflächen. 

Biotopverbundplanung

Nach dem Naturschutzgesetz Baden-Württemberg sind alle Kommunen verpflichtet, eine Biotopverbundplanung zu erstellen. Ziel ist es, bis 2030 im Offenland 15 % vernetzte Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu sichern und damit den Erhalt der biologischen Vielfalt zu stärken. Der GVV Donaueschingen hat daher einen Biotopverbundplan für Donaueschingen, Hüfingen, Bräunlingen und Bad Dürrheim erarbeiten lassen. Der Biotopverbund soll aus Kernflächen, Trittsteinflächen und weiteren Verbundelementen bestehen. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt freiwillig und wird über Vertragsnaturschutzmittel (Landschaftspflegerichtlinie) und Ökopunkte finanziert.

Übersicht der Biotopverbundpläne

Die Stadt Bad Dürrheim hat sich im Jahr 2008 für weitere zehn Jahre verpflichtet, dem Naturschutz bei der Bewirtschaftung des Waldes einen hohen Stellenwert einzuräumen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zeichnetet die Selbstverpflichtung erneut mit der Verleihung des Prädikats Naturwaldgemeinde aus. Damit bleibt Bad Dürrheim eine der fünf prädikatisierten Naturwaldgemeinden.

Naturwald

Mit der Ak­ti­on "Na­tur­wald­ge­mein­de" zeich­net der NABU kom­mu­na­le Wald­be­sit­zer aus, die sich in be­son­de­rer Wei­se um die flä­chen­de­cken­de na­tur­na­he Be­wirt­schaf­tung Ih­res Wal­des be­mü­hen.

Zu den Pflich­ten ei­ner Na­tur­wald­ge­mein­de ge­hö­ren die För­de­rung stu­fi­ger und struk­tur­rei­cher Be­stän­de, die An­rei­che­rung mit stand­ort­hei­mi­schen Baum­ar­ten, der Vor­bau in na­tur­fer­nen Be­sto­ckun­gen, der Ver­zicht auf Che­mie­ein­satz und ei­ne sanf­te Be­triebs­tech­nik (z.B. 40 m Ab­stand bei den Er­schlie­ßungs­li­ni­en). Holz­ern­te­ma­schi­nen wer­den nur in ge­eig­ne­ten Wald­be­stän­den ein­ge­setzt. Kahl­schlä­ge fin­den nicht statt. Auch ei­ne Be­schrän­kung der Wild­dich­te ist ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um, da­mit die na­tür­li­che Ver­jün­gung der Baum­ar­ten mög­lich ist. Fünf Pro­zent der Wald­flä­che wer­den nicht be­wirt­schaf­tet und den na­tür­li­chen Ab­läu­fen über­las­sen. Auch vor der Prä­di­ka­ti­sie­rung war der Bad Dür­r­hei­mer Wald auf ei­ne na­tur­na­he Be­wirt­schaf­tung aus­ge­rich­tet. Dies hat die Ein­hal­tung der Na­tur­wald-Kri­te­ri­en er­leich­tert.

Ein na­tur­na­her Wald  zeich­net sich durch ei­ne ho­he Viel­falt der Tier- und Pflan­zen­ar­ten aus. Zum Schutz der be­droh­ten Le­bens­ge­mein­schaf­ten des Alt- und Tot­hol­zes muss aus­rei­chend lie­gen­des und ste­hen­des Tot­holz im Wald ver­blei­ben. Die Er­hal­tung der bio­lo­gi­schen Viel­falt dient nicht nur den Tie­ren und Pflan­zen son­dern auch dem Men­schen. Ab­wechs­lungs­rei­che­re Wald­bil­der stei­gern den Wert des Wal­des auch für die Wald­be­su­cher. Die Aus­zeich­nung trägt mit da­zu bei, Ver­ständ­nis für die “Wild­nis“ auch in stadt­na­hen Wald­be­rei­chen zu ver­mit­teln.

Naturwald-Kriterien

  • Die "Naturwald-Gemeinde" verzichtet in ihren Wäldern vollständig auf Kahlschläge. Naturverjüngung hat Vorrang.
  • Die "Naturwald-Gemeinde" räumt der natürlichen Verjüngung des standortangepassten Waldes absoluten Vorrang ein.
  • Die "Naturwald-Gemeinde" verpflichtet sich zur Anwendung einer sanften Betriebstechnik. Sie richtet die Arbeitsabläufe und Techniken an den Bedürfnissen eines bodenschonenden Waldbaus aus.
  • Die "Naturwald-Gemeinde" verpflichtet sich, die Jagd im Kommunalwald an dem Ziel waldverträglicher Wildbestände auszurichten.
  • Die "Naturwald-Gemeinde" unterlässt jeglichen Einsatz von Pestiziden (zum Beispiel Unkrautvernichtungsmittel, Insekten- oder Mäusegifte) und Düngemitteln im Kommunalwald.
  • Die "Naturwald-Gemeinde" bewirtschaftet ihren Wald biologisch nachhaltig. Durch eine naturnahe Waldwirtschaft und durch gezielte Maßnahmen des Biotop- und Artenschutzes bewahrt sie dessen biologische Eigenart und Vielfalt. Mindestens fünf Prozent der Fläche werden der natürlichen Entwicklung überlassen.

Eine nachhaltige Gesellschaft entsteht nicht nur durch wirksame Umweltgesetze und deren Einhaltung durch Unternehmen und Verwaltung, sondern auch durch das persönliche Engagement jeder einzelnen Person. Zahlreiche Informationen und praktische Tipps, wie Sie selbst aktiv einen Beitrag leisten können, finden Sie auf der Seite des Umweltbüros.

Weitere Tipps zum Sparen von Energie und Wasser finden Sie auf der Seite der Klimaschutz- und Energieagentur Schwarzwald-Baar-Heuberg.

Eine Übersicht über regionale Bauernhöfe und Hofläden finden Sie hier.

In den Beeten in der Innenstadt wachsen seit 2022 Stauden, Gräser und Sträucher. Diese Pflanzen bieten im Vergleich zum Wechselflor den Vorteil, dass sie mehrjährig sind. Hinter der Pflanzaktion steckt das Konzept der sogenannten Staudenmischpflanzung. Dieses Pflanzsystem ermöglicht eine ganzjährige, attraktive und zugleich pflegeleichte Begrünung von größeren Flächen in Parks, entlang von Straßen, aber auch in Privatgärten. Hierbei wird eine bunte Mischung verschiedener, aufeinander abgestimmter Staudenarten gepflanzt. Die Erde ist mit einer dünnen Schicht aus Kieselsteinen abgedeckt, die die Pflanzen vor Trockenheit und Unkraut schützt. Unter dem Kies befindet sich ein Bodensubstrat, welches den Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen zur Verfügung stellt. Ziel der Pflanzung ist ein abwechslungsreiches und langandauerndes Blühangebot. So erfreuen die Flächen das Auge und bieten gleichzeitig Lebensraum und Nahrungsangebot für Kleintiere und Insekten. Dies ist ein weiterer Schritt bei der Förderung der Artenvielfalt und Biodiversität.

Solche optimal aufeinander abgestimmten Staudenmischpflanzungen bieten auch naturnahe und gleichzeitig pflegeleichte Lösungen für den Hausgarten. Es braucht keine aufwendige Planung, sondern man kann die Staudenpflanzen einfach der Flächengröße entsprechend als fertige Mischung bestellen. Wichtig ist allerdings, dass die Pflanzfläche frei von Wurzelunkräutern ist. Informationen zu verschiedenen Mischungen, abgestimmt auf unterschiedliche Standorte, findet man beim Bund deutscher Staudengärtner.

Bereits im Jahr 2021 hat der Gemeinderat Bad Dürrheim im Rahmen des Projektes „StadtGrün naturnah“ eine kommunale Grünflächenstrategie beschlossen, in der die Eckpunkte für die naturnahe Bewirtschaftung der Grünflächen festgesetzt wurden.  Die Stadt Bad Dürrheim bekennt sich hierin zu einer ökologisch orientierten, naturnahen Grünflächengestaltung unter besonderer Berücksichtigung der Ansprüche eines modernen Kurortes. Aufgrund der guten Leistungen zur Förderung der biologischen Vielfalt bei der Pflege und Unterhaltung der kommunalen Grünflächen erhielt Bad Dürrheim das Label „StadtGrün naturnah“ in „Silber“ für den Zeitraum von 2021 bis 2024.

Im Rahmen des Projekts „Natur nah dran“ des NABU und des Umweltministeriums Baden-Württemberg wurden in den Jahren 2024 und 2025 sechs weitere Flächen ökologisch aufgewertet und zu wertvollen Lebensräumen für Insekten, Vögel und Pflanzen gestaltet. Bad Dürrheim macht vor wie nachhaltige Stadtbegrünung geht und erhielt für dieses Engagement ebenfalls eine Auszeichnung.

Auch auf Friedhöfen lassen sich Trauer, Erinnerung und Biodiversität miteinander verbinden. Als grüne Oase oft mitten im Ort gelegen sind sie ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Wichtige Lebensräume finden sich z.B. in Hecken, alten Bäumen oder Steinmauern. Aber es gibt noch viele Möglichkeiten, mehr für Biodiversität auf dem Friedhof zu tun. So wurden auf dem Stadtfriedhof in Bad Dürrheim bislang regelmäßig gemähte Rasenflächen zu artenreichen Blumenwiesen umgestaltet. Auf den Soldatengräbern entfällt die Bepflanzung mit Wechselflor. Stattdessen wurde eine Mischung bunter, standortgerechter Stauden gepflanzt. Zur Inspiration für eine dauerhafte und pflegeleichte Grabgestaltung wurden drei Mustergräber für unterschiedliche Lichtverhältnisse angelegt. Ein Flyer gibt Anregungen und praktische Tipps für eine ökologische Grabpflege. 

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